WHS-Umstellung in vollem Gange

Der DGV hat die notwendigen Umstellungen der technischen Systeme zur Einführung des World Handicap Systems (WHS) vorgenommen. Dazu wurden über 20 Millionen Stammblatt-Einträge der etwa 650.000 registrierten Golfspielerinnen und Golfspieler als Kalkulationsgrundlage genommen, um daraus die neuen Handicap-Indices zu berechnen.
Eine sehr umfangreiche Aufgabe, die im Wesentlichen erfolgreich umgesetzt wurde. Leider ließen sich nicht alle Szenarien im Vorfeld in einer bloßen Testumgebung durchspielen, so dass es in den ersten Tagen des Live Betriebs des völlig neuen Handicap Systems Korrekturbedarf gab, der technisch aber weitestgehend kurzfristig und mit hohem Engagement aller Beteiligten abgearbeitet werden konnte.
Wir bleiben dran und werden die Winterwochen nutzen, um so schnell wie möglich letzte Ungereimtheiten zu beheben. Eine solch große technische Umstellung hat es bislang in der deutschen Golfgeschichte noch nicht gegeben. So ist es verständlich, dass wir, aber auch Sie, aktuell viele Anfragen zu den neuen Handicap-Indices erhalten.

Als Arbeitserleichterung haben wir eine Liste mit allgemeinen Fragen und Antworten (FAQ) unter anderem zu den neuen Handicap-Regeln und zum dem digitalen DGV-Ausweis erstellt, die auf golf-dgv.de abrufbar ist. Nutzen Sie gerne diese sogenannten FAQs. Diese können die Fragen Ihrer Mitglieder hinreichend oder zumindest in großen Teilen beantworten.

Hier finden Sie die FAQ:

https://www.golf-dgv.de/reg/hilfe.html

Quelle: E-Mail des Deutschen Golf Verbandes vom 21. Dezember 2020

World-Handicap-System ab 2021

Die weltweite Golfgemeinschaft, angeführt vom Royal and Ancient Golfclub of St. Andrews (R&A) sowie der United States Golf Association (USGA), haben mehrere Jahre an einem Code gearbeitet, der nun für alle Golfer weltweit gültig wird. Diese Institutionen haben die Handicap-Regeln per Lizenz an internationale Golforganisationen vergeben, in Europa an die European Golf Association (EGA), deren Mitglied der DGV ist. Durch Unterlizenz der EGA an den DGV können und dürfen die neuen Handicap-Regeln nun angewendet werden. Die Spielsaison 2021 wird die erste sein, in der auch in Deutschland nach den nun weltweit selben Handicap-Regeln gespielt wird.

 

Was bleibt?

Für uns unverändert, werden Handicaps auch zukünftig bis zu einem maximalen Handicap von 54 geführt. Dies war eine Anforderung der EGA (European Golf Association), da in Europa sonst sehr viele Golfspieler gar kein Handicap mehr gehabt hätten. Sehr wichtig war es für uns außerdem, dass die einzelnen Nationalverbände auch weiterhin entscheiden können, ob der Anstieg eines Handicaps bei einem bestimmten Wert gestoppt werden kann. Dieser Wert wird in Deutschland unverändert bei 26,5 liegen. Oberhalb von 26,5 kann sich ein Golfer nur herabspielen. In diesem Bereich erfolgt keine automatische Heraufsetzung, es sei denn, auf Wunsch des Spielers.

Weiterhin unverändert bleibt für uns auch die Kalkulation der Handicaps auf Basis des bereits bekannten Course Ratings, also mit Hilfe der Course-Rating- und Slope-Werte. Wie schon bisher gewohnt, wird je nach Abschlag, Handicap und Spieler die individuelle Spielvorgabe ermittelt, die zukünftig nur "Course Handicap" oder "Playing Handicap" heißen wird. Außerdem können die sehr beliebt gewordenen, vorgabenwirksamen Runden über neun Löcher weiterhin gespielt werden.

Schon heute gibt es die Möglichkeit, vorgabenwirksame Runden außerhalb von Turnieren als Extra Day Score bzw. EDS-Runde zu spielen. Auch diese Regelung bleibt bestehen. Hier ändert sich nur der Name in "registrierte Privatrunde". Andere private Runden, also alle nicht zuvor registrierten Runden, werden auch weiterhin nicht zur Berechnung der Handicaps herangezogen.

Unverändert bleiben weiterhin die Spielformate, die zur Handicap-Berechnung genutzt werden. So sind auch im World Handicap System nur Einzel-Zählspiele, das Zählspiel nach Stableford, der Maximum Score und die nur sehr selten gespielten Par- oder Bogey-Spiele vorgabenwirksam.


Was ist neu?

Es werden jedoch auch einige Neuerungen auf uns zukommen. Besonders ungewohnt wird dabei zunächst die Berechnungsmethode sein. Während die Vorgaben bisher aufgrund von Stableford-Nettopunkten fortgeschrieben worden sind, wird der zukünftige Handicap Index auf Basis der Score Differentials (also dem Unterschied des erzielten Ergebnisses mit dem eines fiktiven Spielers mit Handicap 0) nach jeder Runde neu berechnet. Dazu werden die besten Acht der letzten zwanzig Handicap-relevanten Ergebnisse bewertet. Nur aus diesen acht Ergebnissen wird der Durchschnitt ermittelt. Damit entfallen die bisher genutzten Vorgabenklassen mit Pufferzonen und Herauf- und Herabsetzungsmultiplikanden. Zur neuen Durchschnittsberechnung werden sie nicht mehr benötigt. Da es keine unterschiedlichen Vorgabenklassen mehr geben wird, entfallen auch die Einschränkungen der bisherigen Vorgabenklasse 1. Im World Handicap System können somit auch Spieler mit einem Handicap Index von 4,4 oder besser Handicap-relevante Privatrunden spielen und an 9-Löcher-Turnieren teilnehmen, so wie es für die aktuelle Spielsaison aufgrund der besonderen Umstände ohnehin bereits ermöglicht worden war.

Eine weitere wichtige Neuerung für uns ist, dass ab 2021 alle Einzel-Zählspiel-Turniere während der Spielsaison immer Handicap-relevant sein werden. Von Mai bis September haben Spielleitungen somit nicht mehr die Wahl, ein Zählspiel-Turnier als "nicht vorgabenwirksam" auszuschreiben. Da jedoch immer nur die acht besten der letzten zwanzig Ergebnisse eines Spielers zur Berechnung des Handicap Index genutzt werden, beeinflussen die schlechteren zwölf Runden den Handicap Index zunächst nicht. Nur bei anhaltend höheren Ergebnissen, wird auch der Handicap Index entsprechend der tatsächlichen Spielstärke wieder ansteigen. Nicht Handicap-relevante Turniere sind während der Spielsaison in den Formaten möglich, die nicht für die Handicap-Berechnung genutzt werden können, wie Vierer oder Scrambles.

Das Stammblatt eines Spielers enthält im World Handicap System die jeweils letzten zwanzig Ergebnisse in chronologischer Reihenfolge. Wie bisher steht das zuletzt erzielte Ergebnis ganz oben, das älteste Ergebnis ganz unten im Stammblatt. Nach dem neuen Verfahren werden die besten Acht der Ergebnisse ermittelt und nur aus diesen der World Handicap Index berechnet. Sobald ein neues Ergebnis erzielt wird, steht es an erster Stelle im Stammblatt, das bisher 20. Ergebnis wird zum 21. und entfällt.

Bei vielen Spielern enthält das Stammblatt derzeit weniger als zwanzig Ergebnisse. In dem Fall werden auch die Handicap Indizes entsprechend der folgenden Tabelle aus weniger als zwanzig Ergebnissen ermittelt:

 


Neue Begriffe


 

World Handicap System - kurz erklärt im offiziellen Video von USGA und R&A




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Köllen Golf & DGV

Golf-Handicap von A-Z

Regeln & Vorgaben

Ab Januar 2021 gilt in Deutschland das World Handicap System. "Golf-Handicap von A-Z" erklärt Ihnen alles, was Sie als Golfer zum neuen Handicap-System wissen müssen.

  • Was ist ein gewertetes Bruttoergebnis?
  • Welche Runden können handicap-relevant sein?
  • Was ist ein Score Differential?
  • Wie errechne ich meinen Handicap-Index?

Die Antworten auf diese und auf noch viel mehr Fragen finden Sie in "Golf-Handicap von A-Z" im handlichen Format mit einer Wire-O-Bindung. Im ersten Teil des Buchs erklären wir die wesentlichen Neuerungen im neuen Handicap-System. Details werden im zweiten, als Glossar aufgebauten Teil, erläutert.

Broschür:  46 Seiten
Köllen Golf & DGV
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-88579-577-3
Größe: 10,0 x 17,0 cm
8.95 €
inkl. 5% MwSt